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Interview mit Kinkster Dan

“Für mich ist Fetisch viel mehr als Sex”

veröffentlicht am 01. November 2020

© Dan

Hallo Dan, schön dich hier zu treffen. Unterschiedliche Leute mögen unterschiedliche Dinge an Rubber. Manche mögen den Geruch, andere das Gefühl beim Tragen, wie es sich anfühlt, wenn man es berührt, die Enge, die Geräusche, die es macht, wenn man sich bewegt. Was magst du am meisten?
Ich mag alles an Rubber. Den Glanz und das Geräusch, welches es macht, wenn man sich da drin bewegt, die Enge und den Geruch; aber was ich am meisten mag, ist wenn man da drin schwitzt. Deswegen liebe ich transparentes Rubber, weil man die schwitzigen Körper da drin sehen kann.

Welche persönlichen Fetische hast du?
Main wichtigster Fetisch ist Rubber und Bondage, weiße Socken und Sneakers, sowie Breath Control. Ich mag sehr gern Masken und Knebel, gefesselt irgendwo abgelegt werden, Edging, und, wenn ich ein Gummisklave oder Hausboi sein kann.

Wie fühlst du dich, wenn du deinen Fetisch auslebst?
Fetisch ist etwas sehr wichtiges für mich. Mein Fetisch ist, wer ist bin, er zeigt meine Persönlichkeit, meine Gefühle, mein inneres Selbst. Er macht mich offener, macht mich stark und stolz auf das, was ich bin, er erlaubt es mir, mich in meinem eigenen Körper wohl zu fühlen.

© Dan

Wenn du ein paar Jahre zurück denkst: Was sind deine frühen Erinnerungen an deinen Fetisch?
Ich entdeckte meinen Fetisch, als ich ein Kind war. Ich habe immer Latexhandschuhe geliebt und trug sie überall. Ich erinnere sogar, wenn Verwandte kamen, haben sie meinen Schwestern immer Süßigkeiten mitgebracht und mir eine Packung Latexhandschuhe! Seit ich mich erinnern kann, habe ich gerne Filme gesehen, in denen jemand entführt oder gekidnappt wurde. Wenn ich mit meinen Freunden draußen gespielt habe, war ich immer gern ein gekidnapptes Opfer und gern gefesselt von einem Räuber, oder ein Verbrecher, der von der Polizei mit Handschellen gefesselt wurde. Es war für mich schon in den jungen Jahren sehr wichtig, und ich wusste, dass sich das immer weiter entwickeln würde.

© Dan

Was fühlst du, wenn du in Bondage bist?
Zu beschreiben, wie es ist, in Bondage zu sein, ist schwierig. Die ganze Idee davon, nicht in der Lage sein, sich zu bewegen, von jemandes Gnade abhängig zu sein, sich zu winden, um rauszukommen, ist etwas sehr Sensitives. Ich mag richtiges Bondage, was bedeutet, gefesselt und geknebelt zu sein so fest wie möglich und in der Ecke liegen gelassen zu werden für Stunden, während der Master seinen eigenen Dingen nachgeht (dem gefesselten Gummiobjekt keine Aufmerksamkeit schenkt). Man gibt nicht nur seine Freiheit auf, man gibt sich selbst auf für die Befriedigung anderer wie auch für die eigene.

Also magst du es eher objektiviert zu werden als einem Master oder Dom zu dienen?
Ich mag beides; manchmal mag ich es, gefesselt zu sein in der Ecke eines Raums, aber ich sage auch nicht “Nein”, wenn ein Master mich ärgern oder edgen will, oder ich ihm dienen soll (Stiefel lecken, Gummihaussklave). Aber grundsätzlich bin ich 100% versatile und sehr erfahren auf beiden Seiten. Da während ich noch in Polen war, ich immer Dom sein musste, weil alle anderen Subs waren haha. Seit ich in London bin, kann ich meine Sub-Fantasien auch mehr ausleben.

Hast du dich verändert über die Jahre während du deinen Fetisch auslebst?
Ich habe mich verändert, ja. Was ich meine ist, dass dank meines Fetisches ich mich vollständig sexuell akzeptiert habe, offener, mutiger und stolzer auf mich selbst wurde.

© Dan

Wie ist die Verbindung von deiner Sexualität und deinem Fetisch? Spielt der auch in deinem Alltagsleben eine Rolle?
Mein Fetisch ist integraler Bestandteil meines Lebens und einer der wichtigsten Dinge, die ich habe. Mein Fetisch ist meine Sexualität und mein Fetisch ist mein Alltagsleben. Ich kann mir nicht vorstellen, einen Vanilla-Partner zu haben, weil ich nur Kinky Sessions mache (ja, keine Sex-Sessions). Genauso ist mein Fetisch, insbesondere meine Liebe für Rubber, ein großer Teil meines normalen Lebensstils, was bedeutet, dass ich auch öffentlich Rubber-Kleidung anziehe (da sehe ich es nicht nur als Fetisch, sondern auch als Mode).

Welche Art von Fetischkleidung trägst du in Alltagssituationen?
Ich liebe es, Rubber Polo-Shirts oder Tank-Tops in der Öffentlichkeit zu tragen. Deswegen habe ich ziemlich viele unterschiedliche Farben und Schnitte. Manchmal kaufe ich Rubber hauptsächlich, um es draußen zu tragen (wie meine Rubber Jeans), die gar nicht kinky aussieht, eher wie normale glänzende Kleidung. Sehr oft trage ich auch meine Rubber-Jacke (besonders an regnerischen Tagen; das ist ein sehr guter Regenschutz).

© Dan

Welche Art von Konflikten hattest du, als du deinen Fetisch entdeckt hast?
Ich hatte nicht viele Konflikte, aber wenn ich einen nennen müsste, dann würde ich das Missverständnis zwischen Sex und Fetisch nennen. Für mich ist Fetisch viel mehr als Sex (wie ich bereits vorher sage, „mache“ ich keinen Sex). Für viele Leute sind Fetischkleidung oder Bondage nur ein Teil von etwas viel Wichtigerem, und das ist Sex, und für diese Leute (eine große Mehrheit), ist das schwer zu verstehen, dass ich nicht nach Sex suche in Gear, sondern nach Kinky Sessions (während derer Sex meistens nicht stattfindet).

Beschreibe bitte einmal deine heißeste Fetisch-Erfahrung bisher.
Vollständig in Rubber von Kopf bis Fuß, gefesselt mit einer Rubber-Zwangsjacke auf einem Stuhl, nicht in der Lage mich zu bewegen, mit einem Ballknebel in meinem Mund und einer besonderen Maske, alles gesichert mit vielen Lagen Klarsichtfolie.

Welcher ist dein Lieblingsknebel und warum?
Ich habe zwei Typen von Lieblingsknebeln: Zuerst den Ballknebel. Ich liebe es, wenn er sehr eng anliegt, sodass du nicht sprechen kannst und viel sabberst (Ich liebe sabbernde Typen mit Ballknebeln drin). Der zweite Typ ist ein Knebel mit weißen Socken (ich habe ja bereits erwähnt, dass ich weiße Socken auch sehr liebe), mit vielen Lagen Panzerband über deinem Gesicht.

Welche ist deine Lieblings-Bondageposition?
Meine Lieblings-Bondageposition ist ein Hogtie, weil er großartig aussieht und sehr restriktiv ist, sowie auch Mumifikation mit Klarsichtfolie und vielen Lagen von Klebeband.

© Dan

Was sind deine nächsten Ziele in Sachen Fetisch?
Ich möchte meine Sammlung von Fetisch-Gear erweitern (man hat nie genug Rubber-, oder Bondage-Gear), und ich möchte mehr Leute treffen, die stolz auf ihren Fetisch sind und Erfahrungen teilen. Ich möchte mit Leuten sprechen und sie stolz machen auf ihren Fetisch (es gibt immer noch sehr viele Schwule , die ängstlich sind, oder sich schämen über ihren Kinky Lebensstil).

Dan, danke für dieses Interview!

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(Interviewer: Michael)

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